Unabhängig und für dich kostenlos
Mit * oder Einkaufswagen-Symbol markierte Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für dich. Mehr dazu
Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Auswahl und Bewertung der vorgestellten Produkte erfolgen davon unabhängig nach redaktionellen Kriterien, mehr auf unserer Transparenz-Seite.
Hauttyp 1 verbrennt nach wenigen Minuten in der Sonne, Hauttyp 6 fast nie. Genau diese Spannbreite bildet die Fitzpatrick-Skala ab. Sie teilt Haut danach ein, wie empfindlich sie auf UV-Strahlung reagiert. Wenn Dermatologen, Sonnencreme-Verpackungen oder die UV-Warnung im Wetterbericht von „Hauttyp“ sprechen, meinen sie fast immer diese Einteilung. Wir zeigen dir, welcher Fitzpatrick-Hauttyp du bist, wie lange sich deine Haut selbst schützt und welcher Lichtschutzfaktor wirklich zu dir passt. Ein einfacher Selbsttest genügt dafür.
Inhaltsverzeichnis
Was die Fitzpatrick-Skala misst und was nicht
Entwickelt hat die Skala der amerikanische Dermatologe Thomas B. Fitzpatrick im Jahr 1975 an der Harvard Medical School. Ursprünglich ging es ihm um etwas sehr Praktisches: die richtige Dosierung von Lichttherapien. Dafür brauchte er eine Einteilung, die vorhersagt, wie schnell Haut auf UV-Strahlung mit Rötung reagiert und wie gut sie bräunt.
Genau das misst die Skala bis heute, nicht mehr und nicht weniger. Sie sagt nichts darüber aus, ob deine Haut trocken, fettig oder empfindlich ist. Das ist eine völlig andere Einteilung, die für deine Pflegeroutine entscheidend ist. Falls du die suchst: In unserem Überblick zu den kosmetischen Hauttypen mit Selbsttest findest du die Einordnung von trockener bis Mischhaut.
Der Fitzpatrick-Hauttyp dagegen ist dein UV-Steckbrief. Er entscheidet, wie lange du ungeschützt in der Sonne bleiben kannst, welchen Lichtschutzfaktor du brauchst und wie hoch dein Risiko für Sonnenbrand und langfristige Schäden bis hin zu Hautkrebs ist. Und anders als der Hautzustand ändert er sich nicht: Er ist genetisch festgelegt und bleibt ein Leben lang gleich.
Alle 6 Fitzpatrick-Hauttypen im Überblick
Die Skala reicht von Typ 1 (sehr hell, extrem empfindlich) bis Typ 6 (sehr dunkel, sehr unempfindlich). Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gelten die Hauttypen 1 bis 4 als die europäischen Typen, weil sie in der europäischen Bevölkerung am häufigsten vorkommen. Die Übergänge sind fließend, viele Menschen liegen zwischen zwei Typen.
| Hauttyp | Typische Merkmale | Bräunung & Sonnenbrand | Eigenschutzzeit ca. |
|---|---|---|---|
| Typ 1 | Sehr helle Haut, rotblondes Haar, helle Augen, viele Sommersprossen | Bräunt nie, verbrennt sehr schnell | unter 10 Minuten |
| Typ 2 | Helle Haut, blondes bis braunes Haar, blaue, graue, grüne oder braune Augen | Bräunt kaum, verbrennt oft | 10 bis 20 Minuten |
| Typ 3 | Helle bis hellbraune Haut, dunkelblondes bis braunes Haar | Bräunt langsam, verbrennt gelegentlich | 20 bis 30 Minuten |
| Typ 4 | Hellbraune, olivfarbene Haut, dunkles Haar, braune Augen | Bräunt schnell, verbrennt selten | 30 bis 40 Minuten |
| Typ 5 | Dunkelbraune Haut, dunkelbraunes bis schwarzes Haar | Bräunt sehr schnell, verbrennt sehr selten | rund 60 Minuten |
| Typ 6 | Dunkelbraune bis schwarze Haut, schwarzes Haar | Sonnenbrand äußerst selten | bis 90 Minuten |
Die Eigenschutzzeiten sind Richtwerte für einen wolkenlosen Sommertag in Mitteleuropa. Bei höherem UV-Index, am Wasser, im Schnee, in den Bergen oder im Südurlaub schrumpfen sie deutlich. Dazu weiter unten mehr.
Hauttyp 1 und 2: wenig Eigenschutz, hohes Risiko
Hauttyp 1 wird auch keltischer Typ genannt. Sehr helle, fast rötlich wirkende Haut, häufig rotblondes Haar, helle Augen und jede Menge Sommersprossen. Das Pigment Melanin, das die Haut dunkler färbt und UV-Strahlung abfängt, wird bei diesem Typ kaum gebildet. Deshalb bräunt diese Haut praktisch nie, sondern reagiert direkt mit Rötung. Schon ein kurzer Mittagsspaziergang im Hochsommer kann ohne Schutz zu Sonnenbrand führen.
Hauttyp 2, der nordische Typ, ist ihm ähnlich, aber eine Stufe robuster. Die Haut ist hell und empfindlich, bräunt nach vielen vorsichtigen Sonnenkontakten leicht, verbrennt aber immer noch schnell. Blonde bis hellbraune Haare und helle Augen sind typisch, Sommersprossen kommen häufig vor.
Für beide Typen heißt das Mittagssonne meiden, Kopf und Nacken bedecken und konsequent hoher Lichtschutzfaktor, auch an bewölkten Tagen. Denn gerade die hellen Hauttypen tragen das höchste Risiko für Hautkrebs. Wer zusätzlich zu Sonnenallergie oder Mallorca-Akne neigt, findet in unserem Ratgeber zu Sonnenschutz für allergische und empfindliche Haut passende Produkte.
Hauttyp 3 und 4: bräunt gut, ist aber nicht unverwundbar
Hauttyp 3 ist der häufigste Typ in Deutschland, oft Mischtyp genannt. Helle bis hellbraune Haut, dunkelblonde bis braune Haare, Sommersprossen sind selten. Diese Haut bräunt zuverlässig, braucht dafür aber etwas Anlauf. Ein Sonnenbrand passiert vor allem am Anfang des Sommers, wenn die Haut noch keine Bräune aufgebaut hat, oder im Urlaub bei plötzlich viel höherer UV-Belastung.
Hauttyp 4, der mediterrane Typ, wirkt schon ungebräunt leicht getönt bis olivfarben. Dunkle Haare, braune Augen, schnelle und tiefe Bräunung. Sonnenbrand ist selten, kommt aber vor, gerne an vergessenen Stellen wie Ohren, Nase oder Fußrücken.
Beide Typen unterschätzen ihr Risiko gern. Bräune fühlt sich nach Schutz an, entspricht aber nur einem niedrigen Lichtschutzfaktor. UV-Schäden, die Falten, Pigmentflecken, erweiterte Äderchen und im schlimmsten Fall Hautkrebs verursachen, sammeln sich auch in gebräunter Haut. Der Unterschied zu Typ 1 und 2 liegt im Tempo, nicht im Prinzip.
Können dunkle Hauttypen Sonnenbrand bekommen?
Ja. Hauttyp 5 und 6 haben mit einer Eigenschutzzeit von rund 60 bis 90 Minuten den stärksten natürlichen UV-Schutz, unverwundbar sind sie trotzdem nicht. Bei intensiver Sonne am Meer oder im Hochgebirge kann auch sehr dunkle Haut verbrennen. Die Rötung ist dann schwerer zu erkennen, die Haut spannt, schmerzt oder schält sich aber genauso.

Ein Punkt wird bei dunkler Haut oft übersehen: Hautkrebs ist zwar seltener, wird aber im Schnitt später entdeckt, weil Veränderungen auf dunkler Haut schlechter auffallen und seltener kontrolliert werden. Dermatologische Fachgesellschaften empfehlen deshalb auch für Hauttyp 5 und 6 regelmäßige Blicke auf Muttermale, Handflächen, Fußsohlen und Nägel. Sonnencreme bleibt außerdem sinnvoll, schon allein gegen Pigmentverschiebungen und lichtbedingte Hautalterung.
Welcher Fitzpatrick-Hauttyp bin ich? So funktioniert der Selbsttest
Du brauchst dafür keinen Termin, nur ehrliche Antworten. Das BfS nutzt für die Einordnung einen Fragebogen mit zehn Kriterien, die du dir auch selbst stellen kannst:
- Wie sieht deine Haut an Stellen aus, die nie Sonne abbekommen? Rötlich, weißlich, beige oder bräunlich?
- Hast du Sommersprossen, und wie viele?
- Wie schnell bekommst du im Frühsommer mittags einen Sonnenbrand?
- Wie heftig fällt ein Sonnenbrand bei dir aus? Nur Rötung oder auch Bläschen und Schälen?
- Bräunt deine Haut nach einem einzelnen Sonnenbad sichtbar? Und wie tief wird die Bräune über den Sommer?
- Welche natürliche Haarfarbe und Augenfarbe hast du?
Je heller, empfindlicher und bräunungsunwilliger deine Antworten ausfallen, desto niedriger dein Hauttyp. Wer bei fast allen Fragen im mittleren Bereich landet, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Typ 3. Die Skala ist dabei bewusst grob, die Übergänge sind fließend. Viele Menschen sind „Typ 2 bis 3“ und fahren gut damit, sich im Zweifel am empfindlicheren Typ zu orientieren.
Für eine wirklich verlässliche Bestimmung, etwa vor einer Laser-Haarentfernung oder IPL-Behandlung, gehört die Einordnung in die Hände einer Dermatologin oder eines Dermatologen. Auch das BfS weist darauf hin, dass der Fragebogen nur eine grobe Abschätzung liefert.
Eigenschutzzeit: wie lange darfst du ohne Sonnencreme in die Sonne?
Die Eigenschutzzeit ist die Zeitspanne, die deine ungeschützte Haut Sonne verträgt, bevor sie sich rötet. Sie hängt von zwei Dingen ab: deinem Hauttyp und der aktuellen UV-Belastung. Die Werte aus der Tabelle oben gelten für einen typischen Sommertag in Deutschland. Am Strand in Spanien, wo der UV-Index deutlich höher liegt, kann sich dieselbe Eigenschutzzeit halbieren.
Der UV-Index ist dabei dein wichtigster Anhaltspunkt. Laut BfS ist ab UV-Index 3 Sonnenschutz empfehlenswert, ab UV-Index 8 solltest du die Sonne in den Mittagsstunden möglichst ganz meiden. Und braun wirst du nicht erst bei extremen Werten. Schon bei moderater UV-Belastung ab etwa Index 3 beginnt die Haut, Melanin zu bilden. Bräunung ist allerdings nie ein Schönheitsbonus ohne Preis, sondern immer eine Schutzreaktion auf bereits entstandenen Zellstress.
Den aktuellen UV-Index findest du in fast jeder Wetter-App direkt neben der Temperatur, für Deutschland veröffentlicht das BfS zusätzlich eine tagesaktuelle UV-Prognose. Ein Rechenbeispiel zeigt, warum sich der Blick lohnt. Hauttyp 3 hat an einem deutschen Frühsommertag mit UV-Index 5 vielleicht 25 Minuten Eigenschutz. Am Mittelmeer bei UV-Index 9 sind es unter Umständen nur noch gut zehn. Gleiche Haut, halbierte Zeit. Wer im Urlaub einfach sein Verhalten von zuhause fortsetzt, holt sich deshalb so zuverlässig den Sonnenbrand der ersten Tage.
Welcher Lichtschutzfaktor passt zu deinem Hauttyp?
Der Lichtschutzfaktor (LSF) verlängert deine Eigenschutzzeit rechnerisch. Eigenschutzzeit mal LSF ergibt die theoretische Schutzdauer, für Hauttyp 2 mit 15 Minuten Eigenschutz und LSF 30 also 450 Minuten. In der Praxis solltest du höchstens 60 Prozent davon ausschöpfen, weil kaum jemand genug Creme aufträgt und Wasser oder Schwitzen den Schutz zusätzlich mindern.
Bei der Produktwahl greifen Hauttyp 1 und 2 konsequent zu LSF 50+, im Alltag wie im Urlaub. Hauttyp 3 fährt mit LSF 30 bis 50 gut, im Süden und am Wasser ebenfalls 50. Hauttyp 4 kommt im mitteleuropäischen Alltag mit LSF 20 bis 30 aus, Hauttyp 5 und 6 mit LSF 15 bis 20, bei intensiver Sonne entsprechend mehr. Kinderhaut ist ein Sonderfall: Sie hat unabhängig vom Hauttyp deutlich weniger Eigenschutz und braucht immer hohen Schutz.
Welche Produkte in aktuellen Tests überzeugen und wie du zwischen mineralischen und chemischen Filtern wählst, liest du in unserer großen Sonnencreme-Übersicht mit aktuellen Empfehlungen. Für den schnellen Überblick, was gerade viel gekauft wird:
Wofür dein Fitzpatrick-Hauttyp noch wichtig ist
Die Skala steckt in mehr Beauty-Entscheidungen, als viele denken. Bei der Haarentfernung mit Laser oder IPL bestimmt der Hauttyp, welche Energie das Gerät nutzen darf, denn dunklere Haut absorbiert mehr Licht und kann bei falscher Einstellung verbrennen oder Pigmentflecken entwickeln. Seriöse Studios und die Bedienungsanleitungen von Heimgeräten fragen deinen Typ deshalb immer ab. Auch Solarien arbeiten mit der Einteilung. Für Hauttyp 1 sind Solarienbesuche generell nicht zu empfehlen, die Geräte-Dosierpläne schließen ihn ausdrücklich aus.
Selbst manche Medikamente und Wirkstoffe spielen hinein. Wer Retinol oder Fruchtsäuren in der Pflegeroutine nutzt oder photosensibilisierende Arzneimittel einnimmt, reagiert empfindlicher auf Sonne, unabhängig vom Hauttyp. In solchen Phasen rutscht praktisch jede Haut eine Schutzstufe nach unten und braucht entsprechend mehr LSF.
Am Ende ist der Fitzpatrick-Hauttyp vor allem eines: eine ehrliche Ansage deiner Haut, wie viel Sonne sie verträgt. Wer seinen Typ kennt, muss die Sonne nicht fürchten, sondern kann sie mit dem passenden Schutz entspannt genießen. Bestimme deinen Typ einmal in Ruhe, präge dir deine ungefähre Eigenschutzzeit ein und wähle deinen LSF ab sofort danach aus, nicht nach dem Bauchgefühl am Strandkiosk.
